Emotionale Bindung ist Chefsache

Aktueller Gallup Engagement Index Emotionale Bindung ist Chefsache

Schlechte Chefs und eine daraus resultierende geringe emotionale Bindung zum Arbeitgeber kosten die deutsche Volkswirtschaft bis zu 105 Milliarden Euro jährlich. Das ist das zentrale Ergebnis des vor kurzem veröffentlichten, aktuellen Gallup Engagement Index.

Unternehmenslenker aufgepasst. Schlechte Chefs können ihre Mitarbeiter so sehr demotivieren, dass diese sogar schwere Bedenken über Fehlentwicklungen im Unternehmen verschweigen. Die Zahlen sind bedenklich: Laut dem aktuellen Gallup Engagement Index verhält sich immerhin jeder dritte Mitarbeiter in deutschen Unternehmen so – und bei den Mitarbeitern ohne emotionale Bindung schweigt sogar fast jeder Zweite.

Hohe Fehlzeiten und niedrigere Produktivität

Doch damit nicht genug. Mit einer fehlenden emotionalen Bindung einher gehen auch der Dienst nach Vorschrift und die innere Kündigung. Diese Mitarbeiter zeigen bei der Erledigung ihrer Aufgaben weniger Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Zudem sind damit höhere Fehlzeiten, eine geringere Bereitschaft zur Weiterempfehlung des Arbeitgebers und seiner Produkte sowie eine größere Kündigungsbereitschaft verbunden.

Niedriges Niveau emotionaler Bindung seit 2001

Erschreckend ist in diesem Zusammenhang der Blick auf die Entwicklung des Gallup Engagement Index seit Beginn der Studie 2001: Die Anteile der Mitarbeiter mit geringer (70%) oder keiner emotionalen Bindung (15%) befinden sich seitdem auf etwa diesem Niveau. Dadurch entstehen der deutschen Industrie jährlich immense Kosten. Was aber sind die Ursachen? Auf einen einfachen Nenner gebracht: Schlechte Führungsqualität.

Gehalt ist wichtig, bietet aber keine emotionale Bindung

Viele deutsche Unternehmen richten ihren Fokus seit Jahren schlichtweg auf die falschen Dinge: So besitzen Arbeitsplatzsicherheit, Entlohnung, Sozialleistungen, flexible Arbeitszeiten oder die Zahl der Urlaubstage für die Mitarbeiter zwar durchaus Relevanz, haben auf deren emotionale Bindung jedoch kaum Einfluss.

Das Arbeitsumfeld ist entscheidend

Dabei könnten Unternehmen leicht dafür sorgen, dass die fünf aktuell am häufigsten genannten Gründe für eine höhere emotionale Bindung in ihren Betrieben stärker berücksichtigt werden. Die Befragten nannten zuallererst die „Möglichkeit, das tun zu können, was man richtig gut kann“, gefolgt von der Qualität der „Führungskraft“, einer „herausfordernden und abwechslungsreichen Tätigkeit“, gefolgt von den „Kolleginnen und Kollegen“ sowie „Unternehmenszielen/ Unternehmensphilosophie“. Das Arbeitsumfeld und der direkte Vorgesetzte sind also entscheidend.

Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Qualität der Führung und die Unternehmenskultur haben demnach direkte Auswirkungen auf die Produktivität der Arbeitnehmer, auf Fehlzeiten und die Fluktuationsrate. Aber: Gerade einmal jeder fünfte Mitarbeiter (21 %) sagt, dass ihn seine Führungskraft zu hervorragender Arbeit motiviert. Und gleichzeitig sind sich die Chefs ihrer Defizite nicht bewusst: Immerhin 97% halten sich selbst für eine gute Führungskraft! Es klafft also eine gewaltige Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Professionelle Personalarbeit als Schlüssel

Der Schlüssel für eine höhere emotionale Bindung der Arbeitnehmer liegt demnach in professioneller Personalarbeit und zeitgemäßer Mitarbeiterkommunikation.Die Qualifikation der Führungskräfte zu erhöhen, in deren Weiterbildung zu investieren und ihnen den Dialog mit ihren Teams zu erleichtern sowie den Mitarbeitern den Sinn ihrer Arbeit für das große Ganze zu vermitteln – darin liegen die ersten Schritte für den entscheidenden Vorteil im immer schärfer werdenden Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte.

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